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26. November 2024

Aufmerksamkeits-Achterbahnen und Resonanz-Spielwiesen

aus dem Original-Text in einfache Sprache übersetzt von Jean-Claude Sonnet

Unsere Aufmerksamkeit wechselt ständig den Zustand. Mal sind wir alarmiert, mal müde, mal klar. Jeder dieser Zustände kann etwas. Man kann lernen, zwischen ihnen zu wechseln.

Die Brille, durch die wir schauen

Wir sehen die Welt immer durch eine bestimmte Brille. Mal ist sie eine Lupe und macht aus einer Kleinigkeit ein Drama. Mal ist sie weit und locker.

Diese Zustände sind wie Mitbewohner in uns. Jeder hat einen Grund, da zu sein.

Besonders deutlich wird das bei den ökologischen Fragen unserer Zeit. Da gibt es den Alarmmodus. Der Blick geht sofort auf das Schlimmste. Er ist ein Wachhund und bringt uns in Bewegung.

Dann meldet sich die Erschöpfung. Sie ist nicht faul. Sie schützt uns davor, uns zu verausgaben.

Und manchmal finden wir den Blick auf Lösungen. Dann kommen Klarheit und Tatkraft wie die ersten Blüten im Frühling.

Solche Muster gibt es nicht nur in einzelnen Menschen. Auch Gruppen haben sie. Dann verhaken sich zwei Lager oft in immer denselben Streit.

Räume zum Ausprobieren

Es gibt einen Ausweg. In Räumen, die uns ganz umgeben, dürfen die festgefahrenen Muster kurz Pause machen.

Dort probieren wir spielerisch neue Zustände aus. Solche Resonanz-Räume sind wie Labore für Entwicklung. Sicher und anregend.

Es geht dabei nicht darum, alte Muster zu löschen. Wir erweitern nur unser Repertoire. So, als würden wir unserer Musikliste ein paar neue Stücke hinzufügen.

Wenn eine Gruppe mitschwingt

Richtig spannend wird es mit mehreren Menschen. Wenn eine Gruppe ihre Aufmerksamkeit bündelt, entstehen gemeinsame Muster.

Manche engen ein. Andere lassen alle aufblühen. Die Kunst besteht darin, die unfruchtbaren Dauerschleifen zu bemerken und etwas Neues zu öffnen.

Genau dafür ist das Resonanz-Labor gedacht. Dort darf man seine gewohnten Muster erst einmal würdigen. Oft stellt sich heraus, dass sie gute Gründe haben. Und gleichzeitig darf man Neues ausprobieren.

Es beginnt immer mit Wahrnehmen. Was zeigt sich gerade? Was kann dieser Zustand? Und was wäre sonst noch möglich?

Veränderung geschieht dabei nicht mit Druck. Sie geschieht durch Einladen. Denn neue Muster halten nur, wenn sie die Klugheit der alten mitnehmen.

Vom Kreisen zum Handeln

Es gibt eine Arbeitsweise, die genau das nutzt. Fachleute nennen sie hypnosystemisch. Das klingt kompliziert, meint aber etwas Einfaches. Man lernt, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu lenken.

Das heißt nicht, Probleme schönzureden. Alle Zustände dürfen bleiben und anerkannt werden. Nur bestimmen sie uns nicht mehr allein.

So entsteht Freiheit. Wir können wechseln, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Es ist, als würden wir lernen, unser eigenes inneres Orchester zu leiten.

Jede Veränderung beginnt damit, hinzuhören und neugierig zu bleiben. Vielleicht bringen wir dabei sogar die Welt ein wenig zum Mitschwingen.

Mehr dazu unter resonanz-labor.de/partizipation

Was die Wörter bedeuten

  • Resonanz: Mitschwingen. Etwas berührt mich und klingt in mir weiter
  • Immersiv: so gestaltet, dass man mittendrin ist statt davor
  • Hypnosystemisch: eine Arbeitsweise, bei der man lernt, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu lenken