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Der Resonanz-Dome
Vom Planetarium zum Zukunftslabor


Die Idee

Seit über hundert Jahren laden Planetarien uns ein, den Blick in die Ferne zu richten. Zu Sternen und Galaxien. Der Resonanz-Dome dreht diese Perspektive um: Weg vom Universum, hin zu unserer Erde. Hin zu den Zusammenhängen vor unserer Haustür.

Der Resonanz-Dome ist eine begehbare Kuppel. Wie ein Planetarium, aber interaktiv und für das, was direkt um uns herum passiert.

Wie funktioniert das? Ein Beispiel.

Vertreter einer Stadt, eines Unternehmens und von Umweltgruppen sitzen zusammen in einem Raum. Es geht um ein neues Bauprojekt am Fluss. Normalerweise eine klassische Patt-Situation. Jeder hat seine Agenda, am Ende gibt es einen faulen Kompromiss oder totalen Stillstand.

Jetzt stell dir vor, dieser Raum ist eine Kuppel. Auf die Wände um euch herum werden Daten über den Zustand des Flusses projiziert. Aber nicht als trockene Grafiken, sondern als eine lebendige, atmende Visualisierung. Eine Art Herzschlag des Ökosystems.

Und dann seht ihr in Echtzeit, wie sich verschiedene Entscheidungen auswirken würden. Mehr Wasserentnahme? Der visualisierte Fluss wird schwächer, seine Atmung flacher. Renaturierung? Er erholt sich sichtbar. Ein kluger Kompromiss? Ihr könnt die Wirkung sofort erleben.

Plötzlich ist der Fluss nicht mehr eine Linie auf einer Landkarte, sondern ein spürbarer Teilnehmer im Raum.

Gemeinsam statt einsam

Anders als bei VR-Brillen, wo jeder für sich in einer eigenen Welt steckt, schafft der Dome ein gemeinsames Erlebnis. Eine ganze Gruppe sitzt zusammen, umgeben von der gleichen Simulation. Das stärkt die kollektive Erfahrung.

Statt in einer Podiumsdiskussion gegeneinander zu argumentieren, teilt man eine Erfahrung. Der Fokus verschiebt sich:

Weg von Wer hat Recht? hin zu Was nehmen wir hier gemeinsam wahr und was bedeutet das für unsere gemeinsame Zukunft?

Anwendungsfelder

  • Bürgerbeteiligung: Stadtplanung wird z.B. über Urbane Digitale Zwillinge erlebbar. Wir stehen unter der Kuppel und zugleich mitten auf dem Platz, der neu bebaut werden soll. Menschen gestalten aktiv mit, statt nur Kreuzchen auf Formularen zu setzen.
  • Bildung: Im Gaionauten-Training verwandeln Kinder und Jugendliche Zukunftsangst in Selbstwirksamkeit. Sie erfühlen Stadtklima, kreieren Visionen und präsentieren diese sogar Politikern.
  • Demokratie erweitern: In Gaia-Räten erhalten Ökosysteme über Datenvisualisierung und KI eine Stimme bei Entscheidungsprozessen.
  • Gesundheitsdialoge: Szenisch-immersive Methoden ermöglichen Verständigung auf Augenhöhe zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten.
  • Wissenschaftskommunikation: Komplexe Daten werden zu berührenden Erlebnissen, die zu Berufswahl in MINT-Fächern oder neuen Stadtprojekten inspirieren.

Leipziger Wurzeln

1926 wurde direkt neben dem Leipziger Zoo das weltweit zweite Großraum-Planetarium eröffnet. Ein technisches Wunderwerk seiner Zeit, das 1943 von eben jenem Himmel zerstört wurde, den es mit seiner Vision von Fortschritt erklären wollte.

2026 jährt sich die Gründung zum hundertsten Mal. Wir wollen diesen Jahrestag nutzen, um den Resonanz-Dome zunächst mobil durch die Stadtteile ziehen zu lassen, wo deren konkrete Themen von den Bürgerinnen und Bürgern mit Politikern und Experten diskutiert werden können.

Langfristig träumen wir von einer permanenten Installation, vielleicht sogar in einer der historischen Kuppeln des Kohlrabizirkus, die nach dem Planetariums-Patent aus Jena und vom selben Baumeister stammen wie das ehemalige Leipziger Großraum-Planetarium.

Was den Resonanz-Dome besonders macht

  • Kollektiv statt isolierend. Gemeinsames Erleben statt vereinzelnder VR-Brillen.
  • Daten werden fühlbar. Wissenschaftliche Fakten als emotionale Erfahrung.
  • Natur bekommt eine Stimme. Ökosysteme werden sicht- und spürbare Teilnehmer.
  • Open Source. Als dezentrale Infrastruktur auf andere Städte übertragbar.